Aufklärung und Verstand - oder doch alles mit Gott "entschuldigen"?

Gerade bin ich durch den Wald gejoggt, in dem ich als Kind bei Wind und Wetter gespielt habe. In dem ich einfach super schöne und aufregende Zeiten erlebt habe, in dem ich joggen, reiten, spielen war, Hütten gebaut und Maiwanderungen gemacht habe.

Aber von den Bäumen, in die meine Freunde und ich damals unsere Namen geritzt haben, ist nichts mehr zu sehen - zwischenzeitlich hat der üble Sturm "Kyrill" nämlich alles weggerissen :-(.

Ich lief also so daher, beobachtete während des Laufens den Sonnenuntergang und hörte die Vögel zwitschern. Als ob nie etwas so Schlimmes wie der Orkan in diesem Wald gewesen wäre.

Aber was sind schon so ein paar Bäume, die eine Naturkatastrophe kaputt gemacht hat, verglichen mit dem Tsunami in Japan?? Wie kann es zu solchen schlimmen Katastrophen in unserer schönen Welt kommen?

Viele sehr gläubigen Menschen - so auch der hier ziemlich unbekannte englische Philosoph Henry More - kommen hier auf die Theodizee-Frage. Doch dabei findet jeder seine eigene Antwort oder folgt dem Buch Hiob. More`s Auffassung finde ich dabei sehr sehr fragwürdig: Der englische Theologe, Philosoph und Dichter glaubte fest an einen moralisch absolut korrekten Gott als Schöpfer der bestmöglichen Welt. Außerdem glaubt er an eine unsterbliche Seele, die auch schon vor unserer Geburt in einem anderen Körper existierte (Seelenwanderung, so wie es von neuplatonische Denker oft aufgefasst wurde). Schicksale einer ganzen Bevölkerung oder einzelner Menschen begründet er, indem er behauptet, dass durch falsches/nicht tugendhaftes Handeln einer Person diese Seele verunreinigt wurde. Der nächste Träger dieser Seele wird deswegen durch Nachteile und Schicksale bestraft.

Ist so etwas korrekt zu glauben?? Andere Theorien zur Beantwortung der Theodizee-Frage gefallen mir da doch wesentlich besser... Aber ab von all dem: Sollte man generell alles mit Gott begründen? Ich halte das ehrlich gesagt für zu einfach.

Ich möchte jetzt nicht wegen Blasphemie und/oder Gottlosigkeit angeklagt werden, so wie es manchem Denker in früherer Zeit passiert ist. Deswegen möchte ich mich auch gar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, es gäbe überhaupt gar nichts wie einen Gott. Auf dem Papier bin ich schließlich auch katholisch ;-). Und ich finde, dass der Glaube an Gott so Manchem richtig gut tut, ihm in bestimmten Lebenslagen hilft!

Aber einfach alles mit Gott zu erklären - davon halte ich sehr wenig. Auch, wenn ich damit jetzt auch in gewisser Weise einen meiner Lieblingsphilosophen René Descartes angreife. Wir müssen selber unseren Verstand einsetzen, um die Welt zu erklären und in ihr klar zu kommen!!

Wie Friedrich Nietzsche es so schön auf den Punkt gebracht hat: "Gott ist tot!" Also nimm die Dinge selbst in die Hand, Mensch!

 

19.4.11 21:53

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(7.5.11 13:34)
What do you mean with the template?? All that stuff I talk about is going through my head while going for a run, lying in bed or just sitting at my balcony watching the trees or the stars... But your question says that you understood everything I wrote. So why is your question in english? Actually I LOVE the english language - since I am a big fan especially of America - but I just wonder where you´re from to read my german texts but comment in english ;-)!

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